Wochenende

Der Freitag läutet das Wochenende ein. Wenn ich es schaffe mache ich etwas früher Feierabend. Wenn ich dann noch Zeit und Lust habe gehe ich an Manuelas Schrank, suche mir etwas Anziehen aus, schminke mich, ziehe einen Kittel über und mache ein paar Dinge im Haushalt. Freitags hat sich bei uns eine Tradition entwickelt, ich koche abends, ich habe ein Rezept für einen leckeren Nudelauflauf. Das ist dann Wochenende, Freizeit, Manuela, kein 24/7 aber real. Ich wünsche allen Lesern ein schönes 2tes Adventswochenende.

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24/7

Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit BDSM verwendet, wo ein Sub seinem Dom durchgängig zur Verfügung steht, 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Hin und wieder werde ich von Unbekannten Menschen im Messenger oder Chat mit der Frage angesprochen „Was hast‘ denn an?“. Hier scheint wohl der Eindruck zu entstehen dass ein TV oder Crossdresser seine Leidenschaft auch 24/7 auslebt. Da kann ich dann nur die enttäuschende Antwort geben „Jeans oder Jogginganzug“, denn die Chance mich in Frauenkleidung anzutreffen ist eher gering. Öfter als einmal pro Woche gibt es Manuela nicht, und dann nur für wenige Stunden, meistens für einen Abend. Den Rest der Zeit ist Manuela im Schrank, so drückt es meine Partnerin gerne aus.

Längere Zeit als Manuela, das kommt meistens nur einmal im Jahr vor, wenn ich mich mit ein paar Freunden (Gleichgesinnten) zum Kittel- und Schürzentreffen verabrede. Dann sind es meistens 2 oder 3 Tage, an denen ich mich tatsächlich die ganze Zeit in Frauenkleidern bewege. Wir mieten uns dafür ein Ferienhaus, jeder hat ein eigenes Zimmer, wir kochen zusammen, gehen einkaufen, machen Fotos und tauschen uns aus, da wir uns meist ein ganzes Jahr nicht gesehen haben.

Die An- und Abreise mit dem Auto mache ich mittlerweile auch als Manuela, meistens ist das Treffen im November, so dass ich nach Feierabend im Dunkeln das Haus verlassen kann ohne dass die neugierigen Nachbarn etwas mitbekommen. Irgendwie ist so eine Autofahrt ein besonderes Erlebnis, ich kann zwar nicht erklären warum, es ist eben so. Solch ein Treffen ist für mich eigentlich die einzige Gelegenheit wo sich Nagellack wirklich lohnt, für ein paar Stunden am Abend schenke ich mir das meistens.

Ein ganz spezielles Erlebnis bei den Treffen ist natürlich der gemeinsame Einkauf im Supermarkt. Da habe ich schon zwei Extreme kennen gelernt. Vor zwei Jahren, beim Edeka in einem kleineren Ort, gab es wirklich kaum jemand der sich nicht umgedreht und getuschelt hat. In diesem Jahr, wieder in einem kleineren Ort, hat überhaupt keiner Notiz von den „merkwürdigen Damen“ genommen.

Über das Thema Outdoor werde ich bei den nächsten Postings etwas genauer berichten, es gehört für einen TV oder Crossdresser zu den wirklich besonderen Erlebnissen.

Jetzt ist wieder Alltag, ohne 24/7, da trägt der männliche Part von Manuela wieder Jeans. Vielleicht ist Manuela genau deshalb ein schönes Hobby weil es nicht 24/7 ist, weil es nur ein paar Stunden sind auf die ich hin und wieder Lust habe, die dann etwas Besonderes sind. Aber dabei auch wieder Alltag, wie auf dem Foto, einfach als Frau in der Küche arbeiten.

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Aufräumen

Sicher haben die treuen Besucher meiner Seite gemerkt dass mir mein reales Leben mal wieder keine Zeit für Manuela gelassen hat. Berufliche Veränderungen und allerlei andere Dinge haben mir nur die Zeit für regelmäßige Flohmarktbesuche und hin und wieder mal ein bisschen Hausarbeit im Kittel, mehr war nicht drin.

Aber heute hatte Manuela frei und hat die Zeit genutzt um mal wieder gründlich im Schrank aufzuräumen. 5 Unterbettkommoden helfen dass man umschichten kann, manche Sachen hängen ja ewig im Schrank, nehmen Platz weg und werden nicht angezogen. Dann kommen sie eben unters Bett, vielleicht hat man ja nächstes Jahr Lust drauf.

Im Schrank sieht es mittlerweile schon viel besser aus als auf dem Foto, wenn mehrer Sachen auf einem Bügel hängen und man nichts mehr zur Seite schieben kann dann ist es eben zu voll. Was noch fehlt sind die Kittel, da muss bestimmt 2/3 ausgelagert werden, dann ist alles wieder im Lot und der Herbst kann kommen. Ein gründlicher Hausputz steht an, Fenster müssen auch geputzt werden, und viele Beutestücke aus der letzten Zeit müssen noch Modell für hoffentlich schöne Fotos stehen. Also bis dann…

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Kleidergröße 38

Manuela träge bei Röcken Größe 46, manchmal passt auch 44. Bei Jacken und Blusen muss es mindestens 48, eher 50 sein, Neulich auf dem Flohmarkt fand ich einen schönen Rock, lang, graues rascheliges Nylon, aber Größe 38. Den habe ich sofort zurückgehängt. Zuhause hing er dann über dem Stuhl, mein Schatz hatte ihn auch gesehen und trotz der Größe mal hochgehalten und abgeschätzt, ihr gutes Auge sagte ihr dass er passt. Tut er auch, ein bisschen eng beim anziehen, aber durch den Gummizug trotzdem bequem zu tragen. Wenn es ganz hochkommt ist es eine 42, aber niemals eine 38. So ist es eben mit den Größen, viele kenne das von Asia-Produkten, 3XL und trotzdem nur 42. Liebe Bekleidungsindustrie, es sollte doch nicht so schwer sein sich in dieser Sache zu einigen, das hilft uns Kunden wirklich.

Aber es gibt auch den psychologischen Effekt, einige Menschen brauchen die Zahl als Bestätigung. Männer möchten nicht in Slips Größe 4 rumlaufen („da kann ja nix drin sein“), Frauen wollen stolz auf ihre 36 oder 38 sein. Nun ja, schlimm wird es wenn man sieht dass es eine 38 ist, weil es nämlich nicht passt, aussieht wie eine Presswurst. Oder eine 48 die nun mal nicht zur Figur passt, weil es besser wäre etwas Längeres anzuziehen was weich fällt und einfach angenehmer aussieht. Aber gut, in Fragen der Mode hält sich Manuela eigentlich zurück, sie steht dazu dass sie nicht mit der Mode geht, sie zieht gern Sachen an die andere vielleicht altmodisch finden. Aber Größe und Farbe sollte schon passen.

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Doppelte Freude

Dieses Wochenende hatte (bezogen auf mein Crossdresser-Dasein) zwei Highlights:

Beim Eurovision Song Contest hat Conchita Wurst gewonnen. Ich verstehe nichts von Musik, ihr Bart ist nicht mein Geschmack, aber die Tatsache dass eine Transe sich getraut und auch noch gewonnen hat, das ist doch toll. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität, es macht Hoffnung dass Transvestitismus irgendwann nicht mehr mit Vorurteilen und Ablehnung begegnet wird. Einige Reaktionen zeigen aber dass es noch ein weiter Weg ist. Neben den besonders extremen Reaktionen fand ich den Kommentar eines Lesers bei Spiegel-Online bemerkenswert. Er schrieb dass die Toleranz sich auf weit entfernte Personen bezieht, sobald jemand im nahen Umfeld sich outen würde, wäre es schnell vorbei mit der Toleranz, Das ist wohl wahr.

Das zweite Highlight war der Flohmarkt. An zwei Tagen, Samstag komplett ins Wasser gefallen, Sonntag wegen Wind und Regen extrem wenig los. Aber an einem Stand fand ich eine weiße Bluse, echt nostalgisch aus 100% Nylon, der richtig alte Stoff aus den 60er Jahren. Viele Flecken, aber egal, vielleicht als Andenken an die gute alte Zeit. Preis war super, also gekauft. Mein Schatz hat sie sofort mit Chlorreiniger behandelt, Flecken sind super rausgegangen, sieht fast aus wie neu. Optisch hätte ich nie gedacht dass sie passt, damals waren die Größen ja teilweise weit von den heutigen entfernt. Aber völlig überraschen passt sie optimal, ist sehr kurz aber das war damals öfter so. Also gibt es bald neue Bilder.

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Tropfnass aufhängen

Wir Kinder der 60er und 70er Jahre erinnern uns, bei Hemden und Kitteln aus Nylon stand das auf dem Etikett. Da gab es in so manchem Badezimmer über der Wanne eine ausziehbare Wäscheleine, da wurden Hemden und Kittel tropfnass aufgehangen. Ich fand das damals als Kind schon faszinierend, im Gegensatz zu vielen anderen Crossdressern hatte ich aber noch keine Lust auf Frauenkleider. Aber angefasst habe ich die Sachen immer schon gern. Als ich kürzlich mal wieder bei eBay nach Kitteln gesucht habe wurde ich auf einen weißen Nylonkittel aufmerksam der mich sofort an meine Kindheit erinnert hat. Meine Mutter hatte einen sehr ähnlichen, mit Muster an Kragen und Taschen. Als er heute mit der Post kam habe ich ihn in einen Eimer mit Oxy-Action gesteckt weil er etwas vergilbt war. Danach ausgewaschen und tropfnass aufgehängt. Alte Zeiten, geboren in den Sechzigern.

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Crossdresser A-Z

Inspiriert durch das Städe-A-bis-Z aus der Blogparade von Birgit Ebbert habe ich mein persönliches A-Z aufgeschrieben. Gedanken eines Crossdressers in 26 Buchstaben.

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A wie Alter.
Das Einstiegsalter ist bei Crossdressern sehr unterschiedlich. Ich kenne viele Menschen die bereits in ihrer Kindheit erste Erfahrungen gemacht haben, bei mir selbst hat es erst mit Ende 40 angefangen.

B wie Bluse.
Die gehört zu meinen Lieblingskleidungsstücken. Pullover sind nicht so mein Ding, wenn ich auf Shopping-Tour bin dann suche ich meistens nach hübschen Blusen.

C wie Crossdresser.
Definitionen gibt es mehr als genug, die Abgrenzung zu Transvestiten und Transsexuellen ist nicht so ganz einfach. Für mich ist es, unabhängig vom Beweggrund, der Wunsch die Kleidung des anderen Geschlechts anzuziehen.

D wie Details.
Bei meiner Liebe zu Frauenkleidung spielen oftmals Details eine Rolle die man nur schwer erklären kann. Verzierungen an einem Kittel, lange Manschetten an Blusen, eine bestimmte Art von Glanz bei Satin-Stoffen.

E wie eBay.
Eine meiner wichtigsten Einkaufsquellen. Shopping heißt für mich Laptop auf und bei eBay suchen, hoffen dass man für wenig Geld interessante Klamotten findet.

F wie Flohmarkt.
Die zweite Einkaufsquelle, und gleichzeitig ein gemeinsames Hobby das ich mit meiner Partnerin teile. Wir sind praktisch jeden Sonntag unterwegs, am Jahresanfang trage ich alle Flohmarkttermine in meinem Kalender ein.

G wie Geschichten.
Geschichtenschreiben ist für mich eine Möglichkeit Dinge zu erleben die man real nicht erleben kann, ein Ventil für meine Gedanken und Phantasien.

H wie Hausarbeit.
Unsere Arbeitsteilung zuhause, da übernehme ich bügeln, Küche und Badezimmer aufräumen und saubermachen. Im Nylonkittel, versteht sich.

I wie Interview.
Im April durfte ich einige Fragen zum Thema Crossdressing beantworten, und damit das Thema einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen.

J wie Jeans.
Als Mann fast jeden Tag, als Frau ab und zu als Jeansrock.

K wie Kleider.
Komischerweise nur selten, ein paar Kleider habe ich zwar, aber ein echter Fan bin ich nicht.

L wie Leder.
War noch nie mein Ding, aber ich habe einen Lederrock und eine Lederhose, und ab und zu mag ich sie gern.

M wie Mutter.
Ob sie mich geprägt hat? Wer weiß, ich habe ihr immer gern bei der Hausarbeit zugeschaut und auch ein bisschen geholfen. Manuela hat sie erst kennengelernt als sie in den Himmel kam. Was sie wohl dazu sagt?

N wie Nylonkittel.
Ein ganz wichtiges Kleidungsstück für mich. Meine Leidenschaft für Nostalgie und meine Liebe zu diesem Stoff. Mittlerweile sind Dederonkittel fast gleichberechtigt dazugekommen.

O wie Oberweite.
Wenn man älter wird bilden sich auch bei Männern kleine Oberweiten. Größe A ist es noch nicht, aber niedlich. Aber als Manuela mag ich eher etwas üppige aber keine übertrieben Oberweite. Der preiswerte Trick sind zwei ausgediente Nylonstrümpfe die mit Reis gefüllt sind.

P wie Polyester.
Ein schöner Stoff für Satin oder weich fallende Blusen und Röcke. In Asia-Läden findet man auch bunt gemusterte Kittel die teilweise bei eBay als Dederon verkauft werden.

Q wie Quo vadis? Wohin gehst du?
Immer eine gute und wichtige Frage bei Crossdressern. Ich fühle mich angekommen, strebe nicht nach mehr. Klar entwickelt man sich, verfeinert Techniken. Aber insgesamt fühle ich mich in meinem Leben als Mann und Teilzeitfrau wohl.

R wie Rock.
Ist und bleibt eines meiner Lieblingskleidungsstücke. Kleider und Hosen eher selten.

S wie Strumpfhose.
Halterlose Nylons oder Strumpfhose, ohne gehe ich als Manuela nicht mal im zuhause in die Küche, auch im Sommer. Das liegt auch daran dass Männerbeine trotz Rasur immer Männerbeine bleiben, da kann man mit Nylonstrümpfen einiges verstecken.

T wie Tabu.
Ich suche keinen Sex als Frau, Crossdressing ist mein Hobby, mehr nicht.

U wie Unterkleider.
Auch so ein Teil meiner Nostalgieleidenschaft. Damals in den 60er und 70er Jahren gehörten sie zum Alltag, meistens weiß oder hautfarben und aus Nylon. Da raschelte dann das glatte Rockfutter so schön drauf.

V wie Vintage.
Mode der 50er bis 70er Jahre, das mag ich einfach, aber auch alte Autos aus der Zeit.

W wie weiße Blusen.
Die habe ich immer schon gemocht, auch vor meiner Zeit als Crossdresser. Einfach so oder unterm Pullover.

X wie x-mal habe ich mich gefragt.
Woher kommt meine Leidenschaft, warum hat mich die Kindheit geprägt und andere Menschen nicht? Keine Ahnung, aber es ist auch eigentlich nicht wichtig. Schließlich bin ich ja nicht krank und muss deshalb nicht geheilt werden.

Y wie Youtube.
Eine faszinierende Plattform. Auch einige der Crossdresser die ich kenne sind dort aktiv. Ich bislang noch nicht, keine Zeit, aber vielleicht kommt es ja noch.

Z wie Zeitmaschine.
Das wäre ein Traum, zurück in die 50er oder 60er Jahre, in einen alten Friseursalon oder ein altes Bekleidungsgeschäft.