Die Schule – Teil 5 – Die Unterweisung

Michael wurde von Rebecca und Angelika in die Mitte genommen und zum Büro der Direktorin geführt, Annegret und Erika folgten ihnen. Rebecca klopfte an die Tür und wartete geduldig bis die Direktorin sie aufforderte einzutreten. Manuela von Hohenstein saß hinter ihrem Schreibtisch, perfekt geschminkt, frisiert und gekleidet. Sie blickte Michael prüfend in die Augen, während sich die vier Assistentinnen nebeneinander aufstellten und die Hände auf den Rücken legten. Die Rollenverteilung im Haus war deutlich zu spüren, Frau von Hohenstein leitete die Einrichtung, und das nicht nur auf dem Papier. Ihre Autorität wurde jedem deutlich der ihr begegnete, das galt für die Schülerinnen aber auch für ihre Assistentinnen. Sie handelten zwar selbständig aber immer im Interesse der Direktorin.

Manuela von Hohenstein begann mit ihrer ausführlichen Unterweisung. Sie klärte Michael darüber auf dass er die nächsten zwei Jahre in ihrer Schule verbringen würde. Nach intensiven Besprechungen mit seiner Mutter seien beide zu dem Schluss gekommen dass nur eine konsequente und strenge Erziehung den für ihn dringend notwendigen Wandel in seinem Leben bewirken kann. Michael wurde das Schriftstück gezeigt mit dem seine Mutter der Schule die uneingeschränkte Vollmacht für alle notwendigen erzieherischen Maßnahmen erteilt hatte.

Die Direktorin sprach nun die bisherigen Verfehlungen des Jungen an, die Weigerung sich auszuziehen, das Geschrei bei der Morgenwäsche sowie die Weigerung das Zofenkleid anzuziehen. Frau von Hohenstein bewerkte sofort das Erstaunen bei Michael, bevor er etwas sagen konnte sprach sie das Thema an. Sie sei über jedes, die Betonung lag auf „jedes“, Vergehen ihrer Schülerinnen unterrichtet. Ihr würde nichts, aber auch gar nichts entgehen was in ihrem Hause geschähe. Ihre vier Assistentinnen seien langjährige Vertraute die sie über alle wichtigen Dinge informieren würden, wobei sie sich im Einzelfall vorbehalte sich selbst einzuschalten und beispielsweise das Strafmaß für das Vergehen festzulegen. Trotzdem könne jeder versichert sein dass ihre Assistentinnen stets in ihrem Sinne handeln und die jeweils notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Manuela von Hohenstein sprach nun ihre Erwartungen an ihre Schülerinnen an. Im Vordergrund ständen Respekt und Disziplin, das übergeordnete Ziel der Erziehung ist ein selbständiges Verhalten das Sauberkeit und Ordnung in den Vordergrund stelle. Hierbei lege sie außerordentlichen Wert darauf dass die notwendigen Arbeiten ohne Aufforderung und stets zur vollsten Zufriedenheit erledigt werden. Sie würde nichts mehr verachten als Menschen die notwendige Arbeiten nicht erkennen oder sich bei der Arbeit ungeschickt anstellen. Unbedingter Gehorsam seien dabei eine Selbstverständlichkeit.

Die Direktorin fügte hinzu dass es logischerweise ein langer und beschwerlicher Weg sei bis die Schülerinnen dieses von ihr erwartete Verhalten erlernt hätten. Dieser Weg wäre stets von ausgesprochen schmerzhaften Erlebnissen begleitet, ihre langjährigen Erfahrungen hätten gezeigt dass konsequente und schmerzhafte Bestrafung das einzig wirklich funktionierende Mittel sei um eine erfolgreiche Erziehung zu erreichen. Die Bestrafungen würden in aller Regel von ihren Assistentinnen durchgeführt, hierbei würde darauf geachtet dass die Strafe unmittelbar auf das Vergehen folge. Für besonders schwere Vergehen gäbe es im Haus ein Strafzimmer, hier erstrecke sich die Bestrafung über einen längeren Zeitraum, im Bedarfsfall auch über ein ganzes Wochenende. In solchen Fällen sie es durchaus üblich dass sie selbst an der Bestrafung teilnehme, meistens als Beobachterin, aber hin und wieder auch in einer aktiven Rolle.

Abschließende kam Frau von Hohenstein auf den in diesem Fall wichtigsten Punkt. Wie sie bereits mit seiner Mutter besprochen habe würden in ihrer Schule ausschließlich Mädchen unterrichtet, die Aufnahme von Jungen sei nicht vorgesehen. Sie habe sich jedoch bei Michael entschlossen eine Ausnahme zu machen, jedoch würde sie nicht akzeptieren dass sich ein Junge in ihrer Einrichtung aufhalte. Es sei deshalb mit seiner Mutter besprochen worden dass er die zwei Jahre als Mädchen in der Schule verbringe. Man habe ihm den Namen Daniela zugeteilt, die Assistentinnen würden das Notwendige tun um ihn äußerlich wie ein Mädchen aussehen zu lassen. Er würde ausnahmslos wie ein Mädchen behandelt werden, lediglich die Bestrafungen würden bei ihm aufgrund seines Geschlechts entsprechend härter ausfallen.

Michael hatte bislang brav geschwiegen, aber bei dieser Nachricht platzte es aus ihm heraus, er protestierte lautstark und fluchte dabei in einer Art wie es Manuela von Hohenstein in ihrem Haus in keiner Weise duldete. Sie wies Rebecca Hartmann an den Jungen nach dem Mittagessen ins Strafzimmer zu bringen und für den Rest des Nachmittags seine Frechheiten angemessen zu ahnden. Für den nächsten Morgen erwarte sie dann eine Behandlung die aus dem Jungen Michael zumindest äußerlich ein ordentliches Mädchen Daniela mache. Damit war das Gespräch für sie beendet, Rebecca und Angelika griffen sich den Jungen und führten ihn hinaus, gefolgt von den beiden anderen Damen.

Für Michael brach erneut eine Welt zusammen, die Ankündigung ihn in ein Mädchen umzuwandeln war für ihn eine unglaubliche und unerwartete Steigerung des ohnehin schon schwer zu ertragenden Aufenthalts in dieser Schule. Den Vorgeschmack auf die körperlichen Züchtigungen hatte er ja schon bekommen, er konnte sich überhaupt nicht mehr daran erinnern wann er das letzte Mal zu Hause eine Tracht Prügel bekommen hatte, und wenn dann waren das sicherlich eher harmlose Züchtigungen gewesen, Schläge mit einem Stock hatte er sicherlich niemals erhalten. Aber er war klug genug um zu erkennen dass Frau von Hohenstein nicht nur Worte verliere sondern es mit den Ankündigungen ernst meinte, sehr ernst sogar.

Erika Pohlmann und Annegret Hoffmeister gingen voraus, den Gang entlang und die Treppe runter. Ihre schwarzen Nylonkittel glänzten im grellen Licht der Leuchtstoffröhren, ihr Pumps klapperten unüberhörbar auf dem Steinfußboden. Michael hatte bislang noch keinen Kontakt zu strengen Damen gehabt, in der Schule hatte sich längst die antiautoritäre Erziehung durchgesetzt. Neben der Angst vor der bevorstehenden Bestrafung empfand er aber auch ein kleines bisschen Faszination beim Anblick der Damen, er konnte sich das absolut nicht erklären. War es der Glanz und das Faltenspiel des glatten schwarzen Stoffes das im grellen weißen Licht so gut zur Geltung kam? War es die Tatsache dass die vier Damen alle gleich gekleidet waren, eine Art Uniform trugen? Er wusste es nicht. Aber bei der Ankunft vor der Tür mit der Aufschrift „Strafzimmer“ verflogen diese Gedanken und machten wiederum Platz für die Angst vor der kommenden Strafe.

Fortsetzung

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