Aufräumen

Sicher haben die treuen Besucher meiner Seite gemerkt dass mir mein reales Leben mal wieder keine Zeit für Manuela gelassen hat. Berufliche Veränderungen und allerlei andere Dinge haben mir nur die Zeit für regelmäßige Flohmarktbesuche und hin und wieder mal ein bisschen Hausarbeit im Kittel, mehr war nicht drin.

Aber heute hatte Manuela frei und hat die Zeit genutzt um mal wieder gründlich im Schrank aufzuräumen. 5 Unterbettkommoden helfen dass man umschichten kann, manche Sachen hängen ja ewig im Schrank, nehmen Platz weg und werden nicht angezogen. Dann kommen sie eben unters Bett, vielleicht hat man ja nächstes Jahr Lust drauf.

Im Schrank sieht es mittlerweile schon viel besser aus als auf dem Foto, wenn mehrer Sachen auf einem Bügel hängen und man nichts mehr zur Seite schieben kann dann ist es eben zu voll. Was noch fehlt sind die Kittel, da muss bestimmt 2/3 ausgelagert werden, dann ist alles wieder im Lot und der Herbst kann kommen. Ein gründlicher Hausputz steht an, Fenster müssen auch geputzt werden, und viele Beutestücke aus der letzten Zeit müssen noch Modell für hoffentlich schöne Fotos stehen. Also bis dann…

DSC_2689.001 DSC_2691.001

Kleidergröße 38

Manuela träge bei Röcken Größe 46, manchmal passt auch 44. Bei Jacken und Blusen muss es mindestens 48, eher 50 sein, Neulich auf dem Flohmarkt fand ich einen schönen Rock, lang, graues rascheliges Nylon, aber Größe 38. Den habe ich sofort zurückgehängt. Zuhause hing er dann über dem Stuhl, mein Schatz hatte ihn auch gesehen und trotz der Größe mal hochgehalten und abgeschätzt, ihr gutes Auge sagte ihr dass er passt. Tut er auch, ein bisschen eng beim anziehen, aber durch den Gummizug trotzdem bequem zu tragen. Wenn es ganz hochkommt ist es eine 42, aber niemals eine 38. So ist es eben mit den Größen, viele kenne das von Asia-Produkten, 3XL und trotzdem nur 42. Liebe Bekleidungsindustrie, es sollte doch nicht so schwer sein sich in dieser Sache zu einigen, das hilft uns Kunden wirklich.

Aber es gibt auch den psychologischen Effekt, einige Menschen brauchen die Zahl als Bestätigung. Männer möchten nicht in Slips Größe 4 rumlaufen (“da kann ja nix drin sein”), Frauen wollen stolz auf ihre 36 oder 38 sein. Nun ja, schlimm wird es wenn man sieht dass es eine 38 ist, weil es nämlich nicht passt, aussieht wie eine Presswurst. Oder eine 48 die nun mal nicht zur Figur passt, weil es besser wäre etwas Längeres anzuziehen was weich fällt und einfach angenehmer aussieht. Aber gut, in Fragen der Mode hält sich Manuela eigentlich zurück, sie steht dazu dass sie nicht mit der Mode geht, sie zieht gern Sachen an die andere vielleicht altmodisch finden. Aber Größe und Farbe sollte schon passen.

DSC_0223.001

Doppelte Freude

Dieses Wochenende hatte (bezogen auf mein Crossdresser-Dasein) zwei Highlights:

Beim Eurovision Song Contest hat Conchita Wurst gewonnen. Ich verstehe nichts von Musik, ihr Bart ist nicht mein Geschmack, aber die Tatsache dass eine Transe sich getraut und auch noch gewonnen hat, das ist doch toll. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität, es macht Hoffnung dass Transvestitismus irgendwann nicht mehr mit Vorurteilen und Ablehnung begegnet wird. Einige Reaktionen zeigen aber dass es noch ein weiter Weg ist. Neben den besonders extremen Reaktionen fand ich den Kommentar eines Lesers bei Spiegel-Online bemerkenswert. Er schrieb dass die Toleranz sich auf weit entfernte Personen bezieht, sobald jemand im nahen Umfeld sich outen würde, wäre es schnell vorbei mit der Toleranz, Das ist wohl wahr.

Das zweite Highlight war der Flohmarkt. An zwei Tagen, Samstag komplett ins Wasser gefallen, Sonntag wegen Wind und Regen extrem wenig los. Aber an einem Stand fand ich eine weiße Bluse, echt nostalgisch aus 100% Nylon, der richtig alte Stoff aus den 60er Jahren. Viele Flecken, aber egal, vielleicht als Andenken an die gute alte Zeit. Preis war super, also gekauft. Mein Schatz hat sie sofort mit Chlorreiniger behandelt, Flecken sind super rausgegangen, sieht fast aus wie neu. Optisch hätte ich nie gedacht dass sie passt, damals waren die Größen ja teilweise weit von den heutigen entfernt. Aber völlig überraschen passt sie optimal, ist sehr kurz aber das war damals öfter so. Also gibt es bald neue Bilder.

DSC_0140.001 DSC_0142.001

Tropfnass aufhängen

Wir Kinder der 60er und 70er Jahre erinnern uns, bei Hemden und Kitteln aus Nylon stand das auf dem Etikett. Da gab es in so manchem Badezimmer über der Wanne eine ausziehbare Wäscheleine, da wurden Hemden und Kittel tropfnass aufgehangen. Ich fand das damals als Kind schon faszinierend, im Gegensatz zu vielen anderen Crossdressern hatte ich aber noch keine Lust auf Frauenkleider. Aber angefasst habe ich die Sachen immer schon gern. Als ich kürzlich mal wieder bei eBay nach Kitteln gesucht habe wurde ich auf einen weißen Nylonkittel aufmerksam der mich sofort an meine Kindheit erinnert hat. Meine Mutter hatte einen sehr ähnlichen, mit Muster an Kragen und Taschen. Als er heute mit der Post kam habe ich ihn in einen Eimer mit Oxy-Action gesteckt weil er etwas vergilbt war. Danach ausgewaschen und tropfnass aufgehängt. Alte Zeiten, geboren in den Sechzigern.

DSC_0134.001

 

Interview

Eine Mail mit dem Betreff “Interviewanfrage” läuft Gefahr im Spam-Ordner zu verschwinden, zumindest wenn man nicht Dschungelkönigin oder Schlagersternchen ist.

Aber die Anfrage war sehr nett und sehr ernst gemeint, Simone Harland wollte ein Interview zum Thema Crossdressing veröffentlichen. Ich hatte vor einem Jahr auf ihrer Seite einen Bericht zum Thema Kittelschürze kommentiert, daran hat sie sich wohl erinnert. Der Entschluss an dem Interview teilzunehmen war schnell gefasst, was gibt es Schöneres als dass sich jemand von außerhalb der Szene dieses Themas annimmt und helfen möchte dass die Welt ein bisschen mehr über unsere Gedankenwelt erfährt? Nachdem ich ein knappes Dutzend Fragen zugeschickt bekam musste ich erst mal mächtig in mich gehen, auf viele banale Fragen findet man spontan überhaupt keine Antwort, was bedeutet Crossdressing für mich persönlich?

Aber die Mühe habe ich mir natürlich gemacht, ich habe versucht den Lesern zu zeigen dass Crossdressing ein ganz normales und sehr schönes Hobby sein kann. Natürlich geht es im Interview nicht nur um die positiven Seiten, es geht auch um Probleme in der Partnerschaft und die Ablehnung durch die Gesellschaft.

Simone Harland ist freiberufliche Autorin und Redakteurin, sie hat eine Homepage mit Blog und seit kurzer Zeit eine neue Seite mit dem Titel Geboren in den Sechzigern. Sie ist bei Facebook, Twitter und google aktiv.

Zum Interview…

Dsc_1976.002

Knöpfe

Ich habe vor einer Weile einen schwarzen Kittel bei eBay ersteigert. Nicht dass ich schon genug schwarze Nylonkittel hätte, aber irgendwo sprach er mich an. Ich kann mich nicht mehr an die Beschreibung erinnern, vielleicht stand da was über Mängel, egal, teuer war er nicht. Im Prinzip war er bis auf eine ausgefranste Naht in Ordnung, die habe ich repariert. Aber der Hammer waren die Knöpfe. Einer fehlte, die anderen vier waren alle unterschiedlich, siehe Foto linke Reihe. Angenäht waren sie unbeschreiblich schlecht, teilweise mit farblich unpassendem Garn. Ich habe mir bei eBay neue Knöpfe bestellt, da gibt es einen günstigen Händler in Österreich, 10 Stück für 1,70€ + 1,20€ Versand, für das Geld kriegt man sie in keinem Geschäft. Gestern abend war dann Nähstunde, die ausgefranste Naht repariert und 5 Knöpfe neu angenäht. Jetzt sieht er wieder sehr gut aus, wartet auf den ersten Einsatz. Fotos wird es sicher auch mal geben. Ach so, das Material, sehr feines rascheliges Nylon. Das ist ja bei Internetbestellungen immer der Überraschungseffekt, kann man ja auch nicht allgemeinverständlich beschreiben.

DSC_9091.001

Bildergalerien

Mittlerweile schon fast eine Tradition, in diesem Jahr jede Woche eine Bildergalerie, das kann natürlich nicht so weitergehen, als Freizeit-Crossdresser hat Manuela nicht so viel Zeit um jede Woche neue Bilder zu machen. Aber heute gibt es nochmal eine große Serie, im schönen bunten Original-Dederonkittel beim putzen im Badezimmer.

Manuela-Badreinigung-B03-033Link zur Bildergalerie